Wenn Sie stillen
Wenn bestimmte Regeln beachtet werden, bietet Stillen während der ersten sechs Monate einen hohen Schutz vor einer Schwangerschaft. Diese Methode wird Laktations-Amenorrhoe-Methode genannt.
Die Regeln lauten:
- Das Kind wird voll oder annähernd voll gestillt
(Die Stillabstände betragen tagsüber höchstens 4, nachts höchstens 6 Stunden. Es werden nur geringe Mengen von Flüssigkeit (Wasser, Tee) zugefüttert. Abpumpen der Milch und Fütterung mit der Flasche zählt nicht als Stillen.)
- Es ist noch keine Regelblutung aufgetreten
(Eine Blutung wird als Regelblutung angesehen, wenn sie mindestens 2 Tage anhält und etwa so stark wie die gewohnte Regelblutung ist, oder wenn die Blutung einen Tag lang regelstark und mindestens zwei Tage nur leicht ist, oder wenn über mindestens drei Tage eine leichte Blutung auftritt.)- Das Kind ist weniger als 6 Monate alt
Wenn all das zutrifft, besteht ein Verhütungsschutz von >98%. Wenn eins der Kriterien nicht mehr zutrifft, ist der Verhütungsschutz deutlich geringer, und es sollten andere Verhütungsmethoden benutzt werden (Verhütung, Verhütung während der Stillzeit)

Wenn Sie nicht stillen
Frauen, die nicht stillen, sollten 4 Wochen nach der Geburt wieder Verhütungsmittel benutzen. Mit hormonellen Methoden können Sie sofort beginnen, die Spirale sollte jedoch erst 6 Wochen nach der Geburt eingelegt werden. Das Diaphragma muss nach einer Geburt neu angepasst werden. Dies ist erst 2 bis 3 Monate nach der Geburt möglich.
Direkt nach der Geburt kommt es nicht nur zu großen hormonellen Umstellungen, die für einige Tage zum bekannten "Baby-Blues" führen können. Das gesamte Leben scheint sich mit einem Mal zu verändern: Der Alltag, die Partnerschaft und Sexualität, sogar die eigene Persönlichkeit. Hinzu kommen häufig Gefühle von Erschöpfung und Überforderung. Die neuen Erfahrungen müssen in das eigene Leben integriert und das Zusammenleben mit dem neuen Menschen erst gelernt werden. Deshalb empfinden junge Eltern die erste Zeit mit dem Kind oftmals als anstrengend und konflikthaft - für sich selbst, und für die Partnerschaft. Viele dieser Probleme erledigen sich mit etwas Geduld von selbst, manchmal können allerdings ein oder mehrere Beratungsgespräche sehr hilfreich sein.
Nur in wenigen Fällen kommt es zu einer "echten" Wochenbettdepression, die unbedingt behandelt werden sollte. Wir sind Ihnen gern behilflich bei der Suche nach der passenden psychologischen und ärztlichen Beratung.
- Bei Fragen zum Thema Partnerschaft ist, neben dem Familienplanungszentrum, die profamilia sowie die AWO eine weitere informative Anlaufstelle.
- Wenn Ihr Baby schreit und schreit und Sie nicht mehr weiter wissen, wenden Sie sich an die Schreiambulanz, Telefon (040) 74570209, oder an Ihre Wochenbetthebamme.
- Hilfe und Rat bei Wochenbettdepressionen bietet Schatten und Licht, Telefon (040) 42803-2715 und die Eltern-Kind-Ambulanz, Telefon (040) 42803-2230, beides im UKE.
An das Kinderkrankenhaus Altona, Telefon (040) 88908270, können Sie sich ebenfalls wenden.
- Wenn Sie in einer schwierigen Situation ein Kind bekommen und weitere Hilfe benötigen, wenden Sie sich an die Familienhebammen in Ihrer Nähe. Diese finden Sie in der Hamburger Hebammenliste oder unter www.midwife.de