Verhütung in verschiedenen Lebensphasen

  • Verhütung für Jugendliche »

    Die meisten Jugendlichen machen sich schon vor dem ersten Geschlechtsverkehr Gedanken über Verhütung. Welches Verhütungsmittel ist wirklich sicher? Wie bekomme ich überhaupt Verhütungsmittel und was kosten sie? Dies sind oft gestellte Fragen aus der Arbeit mit Jugendlichen. Viele Jugendliche entscheiden sich für die Pille oder das Kondom. Die Pille hat den Vorteil, dass sie bequem einzunehmen ist und beim Sex nicht stört. Das Kondom hat keinerlei Nebenwirkungen und schützt als einziges Verhütungsmittel gleichzeitig vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Bei richtiger Anwendung sind dies sehr sichere Verhütungsmittel. Es gibt jedoch zu Beiden immer wieder viele Fragen und einige Unsicherheiten insbesondere in Bezug auf die genaue Anwendung. Für genauere Informationen zu Kondomen und der Pille gibt es unsere Seite für Jugendliche.

  • Die passende Verhütung nach der Geburt und in der Stillzeit »

    Nach der Geburt eines Kindes braucht es manchmal etwas Zeit bis ein Paar sich auf die neue schöne, aber auch anstrengende Lebenssituation eingestellt hat, und irgendwann kehrt die Lust auf Sexualität zurück. Wann dies passiert, ist sehr verschieden - auch ein länger andauernder Zeitraum ist völlig normal. Mit der wiederkehrenden Lust stellt sich die Frage, ab wann wieder verhütet werden muss. Wenn Sie ihr Kind stillen, müssen Sie auch beachten, welche Verhütungsmethoden in der Stillzeit angewendet werden können.

    Kondome sind in der Stillzeit ein geeignetes Verhütungsmittel, sie können bereits in der Wochenbettzeit angewendet werden.

    Nach der Wochenbettphase stehen auch andere Barrieremethoden zur Verfügung, z.B. das Diaphragma, das Lea Contrazeptivum oder die FemCap. Durch die Geburt verändern sich die Größe sowie die Form des Muttermundes. Frauen, die bereits vor der Geburt mit diesen Barrieremethoden verhütet haben, sollten das jeweilige Verhütungsmittel neu anpassen lassen. Das Diaphragma kann nach 3 Monaten die FemCap nach ca. 2 Monaten neu angepasst werden.

    Die Spirale ist nach der Geburt eines Kindes eine häufig gewählte Verhütungsmethode. Sie kann meist problemlos ab 6 Wochen nach einer vaginalen Geburt eingelegt werden. Nach einem Kaiserschnitt sollten Sie damit mindestens drei, besser sechs Monate warten.
    Es gibt zwei Formen von Spiralen: die Kupferspirale und die Hormonspirale. Die Kupferspirale bietet eine Verhütung ohne Hormone, die Hormonspirale ist besonders für Frauen mit starken und/oder sehr schmerzhaften Blutungen geeignet. Beide bieten einen fünfjährigen Verhütungsschutz.

    Zur hormonellen Verhütung können in der Stillperiode reine Gestagenpräparate benutzt werden. Das Hormon ist in der Muttermilch nachweisbar, es wurde aber bisher kein schädlicher Einfluss auf die Gesundheit des Kindes nachgewiesen. Zur Verfügung stehen die Minipille, das Verhütungsstäbchen sowie die Dreimonatsspritze, mit denen Sie 6 Wochen nach der Geburt beginnen können.
    Wenn Sie nicht stillen, können Sie alle hormonellen Methoden ab 4 Wochen nach der Geburt benutzen.

    Für Paare, die ihre Familienplanung sicher abgeschlossen haben, kommt außerdem eine Sterilisation in Frage. Bei dem Mann lässt sich die Durchtrennung der Samenleiter in einer lokalen Betäubung durchführen. Bei der Frau wird die Operation per Bauchspiegelung in einer Vollnarkose durchgeführt, wobei die Durchgängigkeit der Eileiter unterbrochen wird. Im Falle eines geplanten Kaiserschnittes, kann eine Sterilisation zeitgleich durchgeführt werden. Sie werden dann bei der Kaiserschnittplanung in Ihrer Geburtsklinik über das Vorgehen der Sterilisation aufgeklärt. Nach einer vaginalen Geburt besteht die Möglichkeit einer Sterilisation im Wochenbett durch einen „Mini-Bauchschnitt“ unterhalb des Bauchnabels. Sollte die Sterilisation für Sie in Frage kommen, geben wir ihnen gerne Auskunft, wo sie diese vornehmen lassen können. Die Kosten der Sterilisation werden nur in Ausnahmefällen von der Krankenkasse übernommen.

  • Verhütung in der Lebensmitte »

    Ab einem Alter von etwa 40 Jahren werden Frauen langsam weniger fruchtbar, und sie können Veränderungen des Zyklus beobachten, die erste Anzeichen der meist erst 10 Jahre später eintretenden Wechseljahre sind. Diese Veränderungen geben Anlass, darüber nachzudenken, wie lange eine Frau eigentlich noch verhüten muss und welche Veränderungen der Übergang in die Wechseljahre mit sich bringt. Einige Frauen setzen sich in dieser Lebensphase auch damit auseinander, ob sie (noch) ein Kind haben möchten.

    Die bevorzugten Verhütungsmethoden verändern sich mit dem Alter. Während junge Frauen häufiger mit der Pille verhüten, wechseln viele Frauen später zur Spirale, oder lassen sich sterilisieren.

    Bis zu welchem Alter ist Verhütung notwendig?

    Eine wichtige Frage ist, wie lange eine Frau verhüten muss. Zwar ist die Chance auf eine Schwangerschaft bei Frauen über 45 Jahren sehr gering. Da die Fruchtbarkeit einzelner Frauen aber sehr unterschiedlich ist, ist es kaum möglich, das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft individuell einzuschätzen. Die Aktivität der Eierstöcke kann sehr wechseln, und nachdem die Periode einige Monate ausgeblieben ist, können vielleicht wieder regelmäßige Blutungen einsetzen, möglicherweise auch mit einem Eisprung. Wegen dieser wechselnden Aktivität der Eierstöcke haben auch Hormonuntersuchungen im Blut keine große Aussagekraft, da sie sich nur auf den Zeitpunkt der Blutentnahme beziehen.

    Wenn eine Frau ohne hormonelle Behandlung ein Jahr lang keine Periode mehr hatte, ist keine Verhütung mehr erforderlich. Auch wenn drei Blutuntersuchungen im Abstand von einigen Wochen gleich bleibend hohe Werte für das Hormon FSH und niedrige Werte für Östradiol ergeben, und die Periode einige Monate ausgeblieben ist, kann von dem endgültigen Ende der Fruchtbarkeit ausgegangen werden.

    Wenn Frauen wegen hormoneller Verhütung oder einer Hormonbehandlung von Wechseljahrsbeschwerden keine natürlichen Zyklen haben, sollen sie bis zum Alter von 50 Jahren weiter verhüten.

    Welche Verhütungsmethoden sind in der Lebensmitte empfehlenswert?

    Bei der hormonellen Verhütung muss das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedacht werden, das mit dem Alter zunimmt und durch hormonelle Verhütungsmittel zusätzlich erhöht werden kann. Wenn keine Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen vorliegen und andere Verhütungsmittel nicht in Frage kommen, können niedrig dosierte kombinierte Pillen bis zu den Wechseljahren weiter eingenommen werden. Die Minipille und das Gestagenimplantat, die beide nur Gestagene in niedriger Dosierung enthalten, wirken sich wahrscheinlich weniger auf das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus, und sollten bevorzugt werden. Allerdings bewirken diese Präparate unregelmäßige Blutungen.

    Mit der Spirale haben insbesondere Frauen, die Kinder geboren haben, meist wenig Probleme. Aber auch Frauen die nicht geboren haben, können damit verhüten. Bei starken Blutungen ist die Kupferspirale allerdings nicht geeignet, weil durch sie die Blutungen noch verstärkt werden. In diesem Fall ist die Hormonspirale eine gute Alternative, mit der die Stärke der Blutungen deutlich reduziert wird. Die Hormondosis ist so gering, dass sie sich nicht auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirkt.

    Auch Barrieremethoden wie Kondome, das Diaphragma oder das Lea werden häufiger von älteren Frauen benutzt. Die sexuelle Erfahrenheit und die Vertrautheit mit ihrem Körper erleichtern ihnen die Anwendung dieser Methoden.

    Die natürliche Verhütung mit der Beobachtung von Aufwachtemperatur und Muttermundschleim ist gut möglich, solange noch einigermaßen regelmäßige Zyklen mit Eisprüngen vorhanden sind. Wenn häufig Zyklen ohne Eisprung auftreten, oder die Zyklen sehr lang werden, können mit der symptothermalen Methode die unfruchtbaren Tage nicht mehr bestimmt werden, bzw. die potentiell fruchtbaren Perioden sind dann sehr lang. Dann ist diese Methode nicht zuverlässig genug.

    Auch die Sterilisation ist für viele Frauen in der Lebensmitte eine gute Verhütungsalternative. Die Familienplanung ist dann oft abgeschlossen, und die Frau muss sich nach dem Eingriff nicht mehr um die Verhütung kümmern. Wegen der hohen Kosten wägen jedoch viele Frauen ab, ob sich der Eingriff für die letzten Jahre, in denen Verhütung noch erforderlich ist, lohnt.

    Wie kann ich verhüten, wenn ich Hormone wegen Wechseljahrsbeschwerden einnehme?

    Nur wenige Frauen bekommen in den Wechseljahren derart unangenehme Beschwerden, dass sie sich für eine Hormonbehandlung entscheiden. Da das Auftreten von Hitzewallungen kein sicheres Zeichen für das Ende der Fruchtbarkeit ist, muss auch dann weiter an die Verhütung gedacht werden.

    Kombinationspillen wirken ebenfalls gegen Hitzewallungen, allerdings ist die Einnahme mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, als die Einnahme von so genannten natürlichen Hormonen für die Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden.

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