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Die verschiedenen Verhütungsmethoden im Überblick

Barrieremethoden
Kondome
Natürliche Familienplanung
Spirale
Hormonelle Methoden
Sterilisation
Verhütung und Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten

 

Barrieremethoden

Zu den sogenannten Barrieremethoden gehören das Diaphragma, das Lea contraceptivum und das Kondom. Es sind Membranen, Kappen oder Hüllen aus Latex oder Silikon, die zusammen mit einem samenabtötenden Gel, eine Barriere in der Scheide bzw. direkt am Muttermund bilden. Hierdurch wird verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen.

Barrieremethoden sind alte, aber vor allem alt bewährte Verhütungsmittel. Sie haben eine relativ hohe Sicherheit, wenn sie konsequent angewendet werden. Sie sind preiswert und bergen keine gesundheitlichen Risiken.

Beratung und Anpassung im Familienplanungszentrum

Wenn Sie Diaphragma oder das "Lea" kennen lernen und mit ihnen verhüten möchten, können Sie gerne einen Termin mit uns vereinbaren. Beim ersten Termin gibt Ihnen eine Ärztin zunächst eine theoretische Einführung über Funktion, Handhabung und Pflege. Im praktischen Teil lernen Sie Ihren Muttermund zu tasten, damit Sie später selbst beurteilen können, ob er von dem Verhütungsmittel bedeckt ist. Unter Anleitung führen Sie dann Diaphragma, Lea oder Muttermundkappe ein. Erst kontrollieren Sie selbst und dann die Fachfrau, ob das Verhütungsmittel richtig platziert ist. Nach 1-2 Wochen "Übung" vereinbaren Sie einen Kontrolltermin.

 

Kondome

Kondome sind zuverlässige Verhütungsmittel, wenn sie richtig und regelmäßig benutzt werden. Sie sind das einzige Verhütungsmittel, das außer vor Schwangerschaften auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. Sie sind leicht ohne Rezept in vielen Geschäften (Drogerien, Supermärkte, Sex-Shops, Apotheken) erhältlich. Es gibt unterschiedliche Größen, für Menschen mit Latexallergie auch hypoallergene Kondome oder latexfreie Kondome aus Polyurethan.

 

Natürliche Familienplanung

Bei den Methoden der natürlichen Familienplanung (kurz: NFP-Methoden) werden verschiedene Körperzeichen wie Temperatur, Zervixschleim (Flüssigkeit aus dem Gebärmutterhals) und Muttermund beobachtet. Mit diesen Zeichen können Sie die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus bestimmen. Die Symptothermale Mehode ist die am besten untersuchte Methode.

Für den Umgang mit NFP beraten wir Sie zunächst über die Grundlagen der Methode. Zu Hause folgt dann eine "Lernphase", in der Sie über einige Zyklen die Körperzeichen beobachten und in Kurvenblätter eintragen. Bei weiteren Terminen können wir die Aufzeichnungen gemeinsam auswerten bis Sie selbst ganz sicher in der Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage sind. Es gibt auch Kurse, in denen Sie in der Lernphase begleitet werden oder Sie können eine Software zur Auswertung der Körperzeichen nutzen.

 

Spirale

Die Spirale (Intrauterinpessar, IUP) ist ein Verhütungsmittel für längere Zeiträume. Sie ist besonders geeignet für Frauen, die Kinder geboren haben. Sie kann aber auch eine Alternative für Frauen sein, die nicht geboren haben. Je nach Modell bietet die Spirale einen 3-5-jährigen empfängnisverhütenden Schutz. Es gibt zwei verschiedene Arten Spiralen: die Kupferspirale und die Hormonspirale.

Kupferspirale
Die Kupferspirale eignet sich für Frauen mit nicht zu starken Blutungen und wenig Regelschmerzen. Sie besteht aus einem T- oder hufeisenförmigen Kunststoffträger, dessen Mittelteil mit einem Kupferdraht umwickelt ist. Dieser Kupferdraht setzt in der Gebärmutter in geringen Mengen Kupfer-Ionen frei. Durch die Kupfer-Ionen wird das Milieu in der Gebärmutter verändert, worauf die empfängnisverhütende Wirkung der Spirale beruht. Die Spermien werden in ihrer Beweglichkeit und Funktion behindert und es kann nicht zur Befruchtung einer Eizelle kommen. Sollte es doch einmal zur Befruchtung kommen, kann sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter einnisten.
Der Verhütungsschutz beträgt bei der Kupferspirale je nach Modell 3-5 Jahre.

Hormonspirale
Die Hormonspirale eignet sich besonders für Frauen mit sehr schmerzhaften, langen oder starken Regelblutungen.
Sie besteht aus einem Kunststoffzylinder, der das Gelbkörperhormon Gestagen freisetzt. Dieser Hormonzylinder ist an einem elastischen Kunststoff-T fixiert. Die Wirkung der Hormonspirale beruht auf einer Verdickung des Schleimpropfes im Gebärmutterhals, wodurch die Spermien am Aufsteigen in die Gebärmutter gehindert werden. Dennoch aufsteigende Spermien werden in ihrer Funktion gehemmt. Unter dem Hormoneinfluß kommt es zusätzlich zu einem verminderten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, was deutlich kürzere, schwächere und weniger schmerzhafte Regelblutungen zur Folge hat. Die Blutungen treten teilweise unregelmäßig auf oder bleiben bei einigen Anwenderinnen sogar ganz aus.
Die empfängnisverhütende Wirkung besteht für 5 Jahre.

Das Einlegen der Spirale
Falls Sie über eine Verhütung mit der Spirale nachdenken oder bereits entschieden sind, können Sie bei uns einen Termin zur Voruntersuchung mit ausführlichem Beratungsgespräch vereinbaren. Gemeinsam wird erörtert, welche Spirale für Sie die richtige ist. Bei der Voruntersuchung führen wir eine gynäkologische Untersuchung mit Ultraschall durch und schließen eine Infektion des Gebärmutterhalses aus. Beim Legen der Spirale soll es nicht zu einer Verschleppung von Bakterien kommen, die eine Entzündung von Gebärmutter und Eileitern zur Folge haben können.

Am besten wird die Spirale während der Menstruation oder kurz danach eingelegt. Der Muttermund ist leicht geöffnet, so dass die Spirale leichter und vor allem schmerzfreier in die Gebärmutter eingeführt werden kann. Darüber hinaus kann eine Frau in der ersten Zyklushälfte sicher nicht schwanger sein. Das Einlegen einer Spirale kann für Frauen, die noch keine Kinder geboren haben etwas schmerzhafter sein. In diesen Fällen ist eine lokale Betäubung am Muttermund möglich, um die Einlage zu erleichtern. Bei Frauen, die Kinder geboren haben, verursacht das Einsetzen meist nur geringe Schmerzen.

 

Hormonelle Methoden

Es gibt eine kaum übersehbare Auswahl an verschiedenen hormonellen Verhütungsmitteln (Einen umfassenden Überblick finden Sie auch auf der Seite der Pro Familia). Hier stellen wir Ihnen die beiden Grundformen vor:

Kombinationspräparate
Die meisten Präparate enthalten zwei verschiedene Hormone - Östrogen und Gestagen. Dazu gehört die Pille. Bei den meisten Pillen wird nach drei Wochen eine Pause von 7 Tagen eingelegt. Manche Präparate enthalten 22 Pillen, dann macht man eine Pause von 6 Tagen. In dieser Zeit tritt eine Entzugs-Blutung auf. Auch das Verhütungspflaster oder den Verhütungsring gehören dazu.

Gestagenpräparate
Diese Präparate enthalten nur ein Gestagen (Gestagenpille, Dreimonats-Spritze und Implantat). Sie werden von manchen Frauen besser vertragen und haben etwas weniger gesundheitliche Risiken. Sie werden ohne Unterbrechung eingenommen. Dabei tritt die Regelblutung in unregelmäßigen Abständen auf.

Wo bekomme ich die Pille?
Für alle hormonellen Methoden brauchen Sie ein Rezept, mit dem Sie das Präparat dann in der Apotheke kaufen können. Wir bieten Ihnen ausführliche Beratung über die Wirkungsweise, die Anwendung und mögliche Nebenwirkungen der verschiedenen Präparate und helfen Ihnen bei der Auswahl des für Sie geeigneten. Unsere Ärztinnen können Ihnen alle hormonellen Methoden verschreiben. Sollten Sie sich für ein Implantat entscheiden, nennen wir Ihnen gern FrauenärztInnen, die es Ihnen einlegen können. Wir bieten auch die notwendigen Kontrolluntersuchungen während der Anwendung von hormonellen Methoden an, wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, diese in der Praxis einer FrauenärztIn durchführen zu lassen.

 

Sterilisation

Was ist eine Sterilisation?
Bei der Sterilisation werden in einem kleinen operativen Eingriff bei der Frau die Eileiter oder beim Mann die Samenleiter durchtrennt. Dadurch kommt es zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit, die nur schwer und mit unsicherem Erfolg rückgängig gemacht werden kann. Deswegen sollte die Entscheidung zu einer Sterilisation sorgfältig überlegt werden.

Wie wird eine Sterilisation durchgeführt?
Bei der Frau wird dazu meist eine Bauchspiegelung durchgeführt, für die eine Vollnarkose notwendig ist. Nach dem Eingriff kann die Frau nach einigen Stunden nach Hause gehen, wenn sie zu Hause betreut wird. Sie kann aber auch 2-3 Tage im Krankenhaus bleiben. Beim Mann kann der Eingriff in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden, und er kann 1-2 Stunden danach wieder nach Hause gehen. Die Krankenkassen bezahlen den Eingriff nur in Ausnahmefällen.

Wo kann ich mich genauer informieren?
Im Familienplanungszentrum können Sie mit einer Beraterin darüber sprechen, ob die Entscheidung für diesen endgültigen Eingriff in Ihrer Lebenssituation und zum gegenwärtigen Zeitpunkt die richtige ist. Außerdem bekommen Sie bei uns Informationen darüber, wo Sie den Eingriff durchführen lassen können und welche Kosten auf Sie zukommen.

 

Verhütung und Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten

Neben dem Schutz vor ungewollten Schwangerschaften müssen Sie besonders bei neuen Partnern/Partnerinnen auch an den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen denken

Kondome sind das einzige Verhütungsmittel, das gleichzeitig einen guten Schutz vor den meisten Infektionen bietet. Alle anderen Verhütungsmittel müssen mit der Anwendung von Kondomen kombiniert werden, damit Sie auch vor Infektionen geschützt sind. Das Diaphragma und die Portiokappe verhindern, dass während und in den ersten Stunden nach dem Geschlechtsverkehr Krankheitserreger aus der Samenflüssigkeit in den Gebärmutterhals gelangen können - welchen Schutz sie damit bieten, ist allerdings nicht geklärt. Deswegen sollten auch sie zur Sicherheit mit Kondomen kombiniert werden, wenn ein Schutz vor Infektionen gewünscht ist.

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